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Geschrieben von: Alexandra Grüttner
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Samstag, 11. Oktober 2008 um 00:28 |
Mülheim an der Ruhr

Selten liegen Natur und Großstadterlebnis im Ruhrgebiet so nahe beieinander wie in Mülheim an der Ruhr. Der Fluss, den die Stadt allerdings nicht nur wegen der besonderen Bedeutung stets als Namensbestandteil führt, sondern auch zur besseren Unterscheidung gegenüber anderen Orten gleichen Namens, war nicht nur stets eine Lebensader, er ist heute auch wichtigster Bestandteil eines wichtigen Naherholungskomplexes – mitten in der Stadt.

Etwas mehr als die Hälfte der Gesamtfläche besteht aus Grünflächen, Wäldern, Wiesen, und Parklandschaften. Das macht Mülheims besonderes Flair aus. Nahe beieinander liegen belebte Einkaufszone, liebevoll restaurierte Altstadt, Handel und Gewerbe sowie Wasser und Grün. Die Stadt Mülheim liegt unter den Top 15 der kaufkräftigsten deutschen Städte. Rund 200 Einzelhandelsgeschäfte erwarten den Kunden in der Innenstadt. Die zentrale Fußgängerzone wurde von international anerkannten Designern gestaltet. Das nicht zu übersehende Einkaufszentrum „Forum“ bietet in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof weitere 100 Geschäfte, Ausstellungen und Märkte, außerdem ein Großkino.

„Freizeit und Kultur“ mit diesen Begriffen wirbt die Stadt Mülheim gerne und das auch zu recht. Zahlreiche Kulturstätten kann die Stadt an der Ruhr aufweisen, allen voran – auch was das Alter angeht- die Stadthalle. Der repräsentative Bau liegt direkt am Fluss, was die Pausen in Veranstaltungen zu einem besonderen Erlebnis werden lässt. In diesem „Mittelpunkt kultureller Ereignisse“ befinden sich der Theatersaal, ein Festsaal, der Kammermusiksaal, Konferenz- und Banketträume sowie ein Restaurant. Seit Sommer 1995 berichtet der Ringlockschuppen als selbstverwaltetes soziokulturelles Zentrum die Kulturszene Mülheims. In den Hallen und Räumen des ehemaligen Eisenbahndepots, das mitten im MüGa-Gelände unweit des Schlosses Broich liegt, werden Events aus den Bereichen Comedy, Kabarett, Musik, Theater und Tanz geboten. Das besondere Augenmerk auf die Völkerverständigung und auf Internationalität der Projekte wird auch darin deutlich, dass es in Mülheim das einzige Roma-Theater Deutschlands gibt.

Ein bleibender Zierrat der Stadt ist die MüGa, „Mülheims Garten“ an der Ruhr. Ganz im Norden beginnt er am Schloss Styrum. Hier ist die Attraktion der Barockgarten des Anwesens. Südlich geht es auf knapp drei Kilometern Spaziergang vom Schlosspark ins MüGa-Kerngelände, unterwegs kann man auf 14 Schautafeln das einzigartige Wassergewinnungsgelände kennenlernen. Das Herzstück des „Mülheimer Gartens“ bilden der Schlosspark Broich und der Stadthallengarten. Mittendrin ist der Ringlockschuppen und die Drehscheibe, auf der einst die Lokomotiven manövriert und rangiert wurden. Von dieser zentralen Attraktion führt ein geologischer Lehrpfad am Wasserbahnhof, der Anlegestelle für die „Weiße Flotte“ Mülheims, die in Richtung Kettwig schippert, vorbei nach Süden – die kürzeste Verbindung zum Koster Saarn. Ein markanter Punkt innerhalb des MüGa-Geländes ist der ehemalige Broicher Wasserturm mit der Camera obscura. Hier wird das bekannte Prinzip der Lochkamera ins gigantische übertragen. Eine begehbare Kamera sozusagen. Ein gestochen scharfes Panoramabild der Stadt ist im dunklen Inneren des Turms zu sehen. Der andere Turm, passend „Aquarius“, der „Wassermann“, genannt beherbergt ein interessantes Museum, das die Geschichte der einfachen chemischen Verbindung und Ihrer Bedeutung für das menschliche Leben erzählt. Ebenso lehrreich geht es im Haus „Ruhrnatur“ am Wasserbahnhof zu. Wie die verschiedenen Einrichtungen immer wieder zeigen – das Wasser, insbesondere der Fluss Ruhr, spielt in Mülheim eine besondere Rolle.

Was weiterhin weiniger bekannt ist: Auch die Luftfahrt hat ihren festen Platz in Mülheim, in Form eines echten Flugplatzes nämlich. 1925 war er offiziell eingeweiht worden, nachdem schon vorher hier Luftpost angeflogen kam. Heute ist das Gelände mit 141 Hektar ungefähr so groß wie 250 Fußballfelder, Maschinen mit bis zu 20 Tonnen Gewicht und rund 50 Passagieren können hier landen und starten. Insbesondere die Ausbildung von Piloten spielt hier eine große Rolle. Aber noch etwas macht den Flughafen Essen/Mülheim, wie er offiziell heißt, zu einer Besonderheit: Die Westdeutsche Luftwerbung. Seit einigen Jahrzehnten starten und landen hier die „Blimps“, die heliumgefüllten Luftschiffe von Theo Wüllenkämper, um über dem gesamten Revier zu werben – abends sogar als buntes Lichtereignis am Himmel.

Die Stadt Mülheim an der Ruhr unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu den Städten Darlington (England), Tours (Frankreich), Kuusankoski (Finnland), Opole (Polen), Kfar Saba (Israel) und Beykoz/Istanbul (Türkei). |
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Aktualisiert ( Mittwoch, 13. Juli 2011 um 12:44 )
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